Was ist eine Treuhandstelle?

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Was ist eine Treuhandstelle bzw. ein Treuhänder und wie passt dies thematisch zum Thema Datenschutz bei der Planung einer Studie?
Gefragt 4, Mär 2014 in Datenschutz von peatle

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Die Treuhandstelle stellt im Wesentlichen ein organisatorisch unabhängiges System dar, bestehend aus einem Treuhänder, einer definierten Menge von Prozessen bzw. Abläufen und dafür benötigten autarken technischen Diensten. Sie übernimmt die Aufgaben des „Datentreuhänders“ bzw. der „Vertrauensstelle“, wie sie u.a. in den generischen Konzepten zum Datenschutz der TMF dargestellt werden [1].

Zu den typischen Aufgaben der unabhängigen Treuhandstelle zählen:

  • die Zuordnung von personenidentifizierenden Daten und entsprechenden Kennungen für Quell- und Sekundärsysteme
  • die Verwaltung von Einwilligungen, Ermächtigungen und Widerrufen
  • die Pseudonymisierung bzw. De-Pseudonymisierung von Daten
  • Durchführung von Registerabrufen
  • Sekundärdatenabgleich und –zusammenführung
  • Mitwirkung bei der Durchführung von Follow-Ups (z.B.: Vitalstatus)
  • Mitwirkung bei Re-Kontaktierung sowie Mitteilung von Zufallsbefunden
  • Umsetzung von Widerrufen bzw. deren prozessualen Folgen
  • Mitwirkung beim Transferstellen-Prozess zur Daten- und Materialübergabe

Literatur:

[1] Pommerening K, Drepper J, Helbing K, Ganslandt T. Guideline for Data Protection in Medical Research Projects: TMF's generic solutions 2.0. 1st ed. Berlin; 2014

Beantwortet 3, Mär 2015 von bialkem
ausgewählt 22, Mai 2015 von bialkem

Institut für Community Medicine · Universitätsmedizin Greifswald

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