Was kann passieren, wenn man Fragen auf einem Fragebogen mitten in der Studie anpasst?

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714 Aufrufe Gefragt 3, Mär 2014 in Qualitätssicherung von esoxxx
Kategorie geändert 7, Jul 2014 von Jens Piegsa

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Grundsätzlich sollten Studieninstrumente nicht nachträglich verändert werden, da dies die Vergleichbarkeit und Aussagekraft erhobener Daten mitunter einschränken kann. Genauso können zu spät erkannte inhaltliche Fehler das Studienziel gefährden. Es empfiehlt sich daher vorab iterative Testläufe (insbesondere mit dem Erhebunspersonal und repräsentativen Testpersonen) durchzuführen und Formulare auf Korrektheit, Verständlichkeit, Eindeutigkeit und Vollständigkeit zu prüfen.

Sollten neuste Erkenntnisse eine Änderung dennoch notwendig machen, gilt es zumindest folgende Aspekte zu berücksichtigen.

Methodische Auswirkungen:

  • Veränderung der Anwortkategorien entspricht dem gleichzeitigen Wegfall der alten und dem Hinzukommen einer neuen Studienvariable und "spaltet" damit die Studienpopulation; eine denkbare Projektion von den alten auf die neuen Antwortkategorien besitzt bei subjektiven Fragestellungen nur eingeschränkt Gültigkeit
  • Hinzufügen, Verändern, Weglassen einer Frage beeinflusst u.U. das gesamte Antwortverhalten eines Probanden
  • Aufwand für Dokumentation und Auswertung steigt

Auswirkungen auf Software:

  • wurden aufgrund knapper Entwicklungszeit die Änder- und Versionierbarkeit von Fragebogenstrukturen nicht ausreichend vorgesehen, ergeben sich meist komplexere Softwareanpassungen und neu zu adressierende Datenmigrationsszenarien
  • entsprechende Maßnahmen bergen die Gefahr neuer Fehler

Weitere operative Aufwände:

  • Gewährleistung eines reibungsfreien Übergangs, ggf. Durchführung von Schulungen
  • Neudruck von Papierversionen
Beantwortet 7, Jul 2014 von Jens Piegsa
Bearbeitet 7, Jul 2014 von Jens Piegsa

Institut für Community Medicine · Universitätsmedizin Greifswald

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