Letzte Änderung am 2015/06/16

A

Anonymisierung

"Veränderung personenbezogener Daten derart, dass die Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse nicht mehr oder nur mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand an Zeit, Kosten und Arbeitskraft einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person zugeordnet werden können"

(Quelle: Bundesdatenschutzgesetz §3, Stand vom 14. August 2009)

B

Bias

Unbeabsichtigte Verzerrung, jeder systematische Fehler im Design, bei der Durchführung oder der Analyse einer Studie, der zur falschen Einschätzung der Auswirkung einer Exposition auf das Erkrankungsrisiko führt

(Quelle: L. Gordis, Epidemiologie, Marburg: Kilian, 2001.)

C

Confounder

Störgröße, die das Erkennen von Zusammenhängen zweier oder mehrerer Faktoren beeinflusst.

Consent Manager

Softwaresystem zur Verwaltung und Dokumentation von Einverständnis­er­klärungen, Ermächtigungen und Widerrufen

D

Data Dictionary

Abstrakter Container, der keine konkreten Daten (wie z.B. Messwerte) enthält, aber die Möglichkeit bietet Strukturen zu definieren, Zusammenhänge dieser Strukturen festzulegen und zugehörige Metainformationen bereitzustellen.

E

Einverständnis

Vereinbarung zwischen Patient oder Proband, datenerhebender Stelle und Dritten, welche die Nutzungsrechte der erhobenen Daten regelt und Dritten weitere Rechte auf Grundlage der erhobenen Daten einräumt.

Einwilligung

Vereinbarung zwischen Patient oder Proband und datenerhebender Stelle betreffs Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten.

Epidemiologische Studie

Studie zur Untersuchung der Verteilung und der Determinanten von gesundheitsbezogenen Zuständen, Faktoren oder Ereignissen in umschriebenen Bevölkerungsgruppen (...).

(Quelle: L. Gordis, Epidemiologie, Marburg: Kilian, 2001.)

Ermächtigung

Erlaubnisgewährung gegenüber Dritten, ein üblicherweise nicht zu stehendes Recht im eigenen Namen auszuüben.

Exposition

Exposition gegenüber einem Risikofaktor bedeutet, dass eine Person, bevor sie erkrankte, mit diesem Faktor in Kontakt gekommen ist oder den betreffenden Faktor ausgebildet hat. Die Exposition kann zu einem einzelnen Zeitpunkt stattfinden oder sich über eine ganze Zeitspanne erstrecken.

F

Follow-Up

Beobachtung eines Individuums, einer Gruppe oder einer Studienpopulation über die Zeit, hinsichtlich festgelegter Charakteristika, um Veränderungen im Gesundheitszustand oder von gesundheitsrelevanten Variablen zu erfassen

(Quelle: J. M. Last, A Dictionary of Epidemiology, 4th Edition, New York Oxford University Press, 2001.)

H

Homonym-Fehler

Daten, die von unterschiedlichen Personen stammen, werden fälschlicherweise einer einzigen Person zugeordnet.

I

Informed Consent

Einwilligung, Ermächtigung, Widerruf

Inzidenz (einer Erkrankung)

Anzahl neuer Krankheitsfälle, die in einem bestimmten Zeitraum auftreten, bezogen auf die Bevölkerung mit gleichem Erkrankungsrisiko. Die Inzidenz ist eine Maßzahl für das Auftreten einer Krankheit bei einem vormals gesunden Menschen und stellt somit ein Maß für das Erkrankungsrisiko dar.

 (Quelle: L. Gordis, Epidemiologie, Marburg: Kilian, 2001.)

K

Kohorte

Personengruppe mit vergleichbaren Startbedingungen

(Quelle: O. Razum, J. Breckenkamp und P. Brzoska, Epidemiologie für Dummies, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, 2011.)

Kuration (von Daten)

Nachhaltige Pflege von Datenbeständen

M

Matching (von Personendaten)

Algorithmen-basiertes Vergleichen von Datensätzen mit dem Ziel, eine Maßzahl zur Ähnlichkeit der Datensätze zu ermitteln. Matching-Verfahren sind von wesentlicher Bedeutung beim Identitätsmanagement.

Metainformationen

Zusätzliche beschreibende und technische Informationen zur Dokumentation von Daten und deren Entstehungskontext.

MPI (Master Person Index)

Softwaresystem, das mit Hilfe von Matching-Algorithmen system-übergreifend Personen eindeutig identifizieren und somit unterscheiden kann. Essentiell bei der Zusammenführung personenbezogener Daten unterschiedlicher Quellsysteme.

MPI-ID (Master Person Index ID)

Eindeutiger Index zur system-übergreifenden Identifikation einer Person mit Hilfe des MPI Software-Systems

O

Outcome

Ergebnisgröße, z.B. Messwerte von Therapieergebnissen und Ausgang von Krankheiten

(Quelle: L. Gordis, Epidemiologie, Marburg: Kilian, 2001.)

P

Prävalenz

Zahl der erkrankten Personen innerhalb einer Bevölkerung zu einer bestimmten Zeit, geteilt durch die Anzahl der Gesamtbevölkerung zu diesem Zeitpunkt. Es wird in Punktprävalenz (Zeitpunkt) und Periodenprävalenz (Zeitraum) unterschieden.

Prävalenz kann als Schnitt durch eine Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt verstanden werden, an dem festgestellt wird, wer krank ist und wer nicht.

(Quelle: L. Gordis, Epidemiologie, Marburg: Kilian, 2001.)

Pseudonymisierung

"Ersetzung des Namens und anderer Identifikationsmerkmale durch ein Kennzeichen zu dem Zweck, die Bestimmung des Betroffenen auszuschließen oder wesentlich zu erschweren."

(Quelle: Bundesdatenschutzgesetz §3, Stand vom 14. August 2009)

Q

Querschnitt

Einmalige Datenerhebung zu einem Probanden bzw. zu einer Personengruppe

R

Randomisierung

Zuordnung von Personen (Patienten, Probanden, etc.) zu Gruppen, wobei jede Person die gleiche Chance hat, in die eine oder andere Gruppe zu kommen.

 

Register

"Ein Register ist eine möglichst aktive, standardisierte Dokumentation von Beobachtungseinheiten zu vorab festgelegten, aber im Zeitverlauf erweiterbaren Fragestellungen, für die ein präziser Bezug zur Zielpopulation transparent darstellbar ist."

(Quelle: Müller D et al. Memorandum Register für die Versorgungsforschung. Gesundheitswesen 2010; 72: 824-839)

S

SOP

Standard Operating Procedure, zumeist textuelle Beschreibung einer standardisierten Vorgehensweise für wiederkehrende Prozesse

Synonym-Fehler

Daten, die von einer einzigen Person stammen, werden fälschlicherweise mehreren scheinbar verschiedenen Personen zugeordnet.

T

Transferstelle

Organisatorische Einheit zur Bereitstellung von Daten im Use & Access-Prozess. Ermöglicht Forschergruppen Daten- und Materialanfragen für wissenschaftliche Fragestellungen zu stellen.

U

Unabhängige Treuhandstelle

Die Treuhandstelle stellt im Wesentlichen ein technisch und organisatorisch unabhängiges System dar, bestehend aus einem Treuhänder, einer definierten Menge von Prozessen bzw. Abläufen und dafür benötigten autarken technischen Diensten. Sie übernimmt die Aufgaben des „Datentreuhänders“ bzw. der „Vertrauensstelle“, wie sie u.a. in den generischen Konzepten zum Datenschutz der TMF dargestellt werden.

(Quelle:  C. Reng, P. Debold, Ch. Specker und K. Pommerening, , Generische Lösungen zum Datenschutz für die Forschungsnetze in der Medizin, Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2006.)

W

Widerruf

 Zu jeder Zeit mögliche Zurücknahme eines Einverständnisses/Einwilligung.